Let’s shake your horn!

Die Wahrnehmung von Bühnenverhalten des Musikers in einer rein auditiven Hörsituation ist den Musikerinnen und Musikern unter den Zuhörern vorbehalten. Nicht-Musikern erschließt sich die jeweilige Agitation des Bühnenmusikers erst durch den visuellen Konzerteindruck. Zu dieser Erkenntnis kommen Huang & Krumhansl in einer aktuellen Studie.  Zudem bewerten Musikerinnen und Musiker die sichtbare Agitation im Auftritt höher, was schließlich bedeutet, dass eine wahrnehmbare Qualitätsverbesserung schon durch die Erhöhung der sichtbaren Aktivität eines Musikers bei seinem Konzertauftritt erreicht werden kann.

Huang, J., & Krumhansl, C. L. (2011). What does seeing the performer add? It depends on musical style, amount of stage behavior, and audience expertise. Musicae Scientiae, 15(3), 343 -364. doi:10.1177/1029864911414172
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6 Kommentare zu Let’s shake your horn!

  1. Roman sagt:

    Ich denke, dass jeder Konzertbesucher das vorgetragene Werk anders hört und wahrnimmt. So können Effekte oder Betonungen, die vom Künstler durch bewusste körperliche Bewegungen dargestellt werden, vom Zuhörer besser verstanden und mitgefühlt werden. Auch die Taktart ist leichter spürbar, wenn man den Solisten sieht, der sich mit der Musik bewegt. Bei fröhlichen Passagen sind sicher auch die Bewegungen des Künstlers leichter und tänzerischer, was den Konzertbesucher selber ein tanzendes Gefühl erleben lässt. Die Emotionen, welche der Künstler verspürt und welche er bei den Zuhörern wecken will, werden über den Körper und seine Bewegungen auf das Instrument übertragen. Eine Qualitätsverbesserung wird nur eintreten, wenn die körperliche Aktivität auf Grund echten Mitlebens entsteht. Aufgesetzte und gespielte Bewegungen können sich hinderlich auswirken.

  2. Ricarda sagt:

    Dass die Wahrnehmung des Bühnenverhaltens eines Musikers in einer rein auditiven Hörsituation den MusikerInnen vorbehalten ist, klingt für mich durchaus plausibel. Zuhörende MusikerInnen kennen die Situation in der sich der Bühnenmusiker befindet, haben – zumindest theoretisches – Wissen über zahlreiche Instrumente und bestimmt das ein oder andere Konzert besucht. Ich bezweifle jedoch, dass man die Erkenntnis von Huang & Krumhansl verallgemeinern kann, dass MusikerInnen die sichtbare Agitation im Auftritt höher bewerten als Nicht-MusikerInnen. Die daraus resultierende und individuell wahrgenommene Qualitätsverbesserung für den Zuhörer kann meiner Meinung nach genau so auch für Nicht-MusikerInnen eintreten, da auch sie die vom Bühnenmusiker gelebte Emotion durchaus wahrnehmen können. Mich würden daher mehr Details und vor allem die Quantität der untersuchten Bühnenmusiker interessieren.

  3. Verena sagt:

    Ich bin zwar der Meinung, dass musikalische Agitation auch hörbar ist, aber unbestreitbar ist, dass auch der visuelle Eindruck auf der Bühne eine große Rolle spielt. Mit welcher Aktivität das Musikstück gespielt wird, kann man bestimmt optisch gut beobachten, und auch den Zusammenhang zum Klang erkennen. Trotzdem glaube ich, dass man auch mit geschlossenen Augen der Musik in einem Konzert folgen kann, und sie genießen kann (oder auch nicht).

  4. Lakshmi Witzemann sagt:

    Ich denke das es schwierig ist, für einen Nichtmusiker, den jeweiligen Aufwand eines Stückes einzuschätzen und es dementsprechend zuzuorden. Es gibt Stücke die sich simple anhören, aber ein hohes Maß an komplizierten Bewegungen fordern. Ein Musiker kann das besser einschätzen, speziell wenn er vom Fach ist. Ich glaube auch, dass wir bei einem Konzert emotional mehr im Geschehen sind, wenn wir die zugehörigen Musiker auch sehen. Ich bin jedenfalls froh, dass einem echten Konzertbesuch nichts gleich kommt.

  5. Martta sagt:

    Meine Meinung ist, dass grundsätzlich die Musik kein visuelles Bild braucht, weil Musik in der Luft, im Herzen, und im Körper ist. Wenn ich zu einem Konzert gehe, will ich die Musik hören, und nicht unbedingt jemanden anschauen. Wenn aber ein guter Musiker/eine gute Musikerin noch körperlich/visuell die Musik unterstützt, hat das visuelle Bild dann eine grosse Rolle, weil es zur Musik gehört. Aber wie jemand beim Spielen aussieht kann auch stören, und dann mache ich lieber meine Augen zu und geniesse die Musik.

  6. M. Vauti sagt:

    Dem stimme ich absolut zu. Selbst Musiker auf einer professionelleren Ebene lassen sich durch das Äußere beeinflussen, obwohl sie oft klarer und durchdachter mit der Musik verwurzelt sind. Dass das für Nichtmusiker noch stärker sein soll, ist doch klar!

    Es gibt ein altes Sprichwort, dass für mich in diesem Zusammenhang passend erscheint: „Nicht alles was glänzt, ist Gold.“

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