Emotionale Wahrnehmung von Musik

Mittels einem Test an 115 Personen konnten Mohn, Argstatter und Wilker die musikalische Wahrnehmung der sechs Basis-Emotionen Freude, Ärger, Ekel, Überraschung, Traurigkeit und Angst nachweisen. Hierzu komponierten wissenschaftliche Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Musiktherapie in Heidelberg insgesamt 24 kurze musikalische Segmente, die von den Versuchspersonen ohne musikalischem Hintergrund (Nicht-Musikerinnen und -Musiker) diesen sechs Emotionen zugewiesen werden sollten. Wenig überraschend ist die Identifikation und Zuordnung der Emotionen Freude und Traurigkeit, was auch die hohe übereinstimmende Zuordnung der Testpersonen belegt. Besonders interessant erscheint mir die Identifikation der Emotionen Ärger, Ekel, Überraschung und Angst, die zumindest meiner Ansicht nach nicht zum gängigen Emotionsrepertoire der westlichen klassischen Musik gehören, wenn wir von Kompositionen für Filmmusik einmal absehen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen aber darüber hinaus, dass eine breite Wahrnehmung von Emotionen in der Musik nicht von musikalischem Vorwissen oder einer musikalischen Ausbildung abhängig ist.

Mohn, C., Argstatter, H., & Wilker, F.-W. (2011). Perception of six basic emotions in music. Psychology of Music, 39(4), 503 -517. doi:10.1177/0305735610378183
Dieser Beitrag wurde unter Musikpsychologie, Psychologie abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

27 Kommentare zu Emotionale Wahrnehmung von Musik

  1. Philomena Aepli sagt:

    Diesen Test finde ich sehr interessant, weil er wirklich zeigt, dass Musik bei jedem Menschen unterschiedliche Gefühlsebenen ansprechen kann und man auch ohne musikalische Ausbildung Emotionen wahrnimmt, die grösstenteils übereinstimmen mit anderen Laien bzw. auch Musikern. Dass die Musik am deutlichsten den zwei Basis-Emotionen Freude und Traurigkeit zugeordnet werden konnte, liegt bestimmt auch daran, dass es die zwei „Haupt-Stimmungen“ sind, in die man eine Musik einteilen kann und aufgrund ihres Kontrastes auch klar voneinander getrennt werden können.

  2. Jodok Lingg sagt:

    Auch ich finde diesen Test sehr interessant. Mich überrascht das Ergebnis nicht, da wir in unserem „westlichen“ Leben und Kultur, sei es im Radio, Fernseher oder PC oder eben überall wo wir Musik warnehmen können, hauptsächlich mit 2 Emotionen(fröhlich, traurig(Dur,Moll)) konfrontiert werden. Interressant fände ich das Ergebnis bei Testpersonen, mit anderen kulturellen Ausgangspositionen, die eben nicht „westlich“ geprägt sind.

  3. Elke Wörndle sagt:

    diesen artikel finde auch ich sehr spannend und gut nachvollziehbar.
    in diesem zusammenhang die frage: lernen wir eigentlich im rahmen dieser einführung in das wissenschaftliche arbeiten auch etwas über die gestaltung von studien (qualitativ, quantitativ, das errechnen von statistiken, etc.)???
    was den konnex von emotionen und klangbildern angeht, scheint mir augenfällig, dass die klanglichen charakteristika körperlichen spannungszuständen entsprechen – was durchaus universell wäre. wobei ich daran erinnern möchte, dass die unterscheidung von dur und moll als lustig vs. traurig jüngeren datums ist und sicherlich irreführend ist.
    dur < lt. durus – hart, moll < lat. mollis – weich

  4. Julia Großsteiner sagt:

    Auch mich hat das Ergebnis dieser Studie sehr angesprochen, wobei es mich nicht überrascht hat. Die meisten Menschen nehmen Musik durch Emotionen wahr, somit wird eine Zuordnung nicht all zu schwierig sein, denn man muss nur auf sein Gefühl hören, was die Musik in einem auslöst.
    Vor allem in unserer westlichen Welt, wo Musik allgegenwärtig ist (in Kaufhäusern, im Café, usw.) sind auch Nicht-Musiker schon Profi im unterscheiden zwischen trauriger und fröhlicher Musik.
    Bei den anderen Emotionen die vertont wurden, war es bestimmt nicht so einfach. Jedoch, wie gesagt ist vielleicht eine Zuordnung schon möglich, wenn man darauf hört was die gespielte Musik in einem auslöst. Auch dadurch dass ich im Bereich der Musiktherapie schon einiges beobachten durfte, weiß ich dass Musik (die ja im Prinzip auf Emotionen aufgebaut) für jeden zugänglich und erfahrbar ist, egal ob mit musikalischem Wissen oder ohne. Wobei vielleicht Laien Musik oft besser und bestimmt unbefangenere aufnehmen können als so manch Profi (dessen Wahrnehmung sich vielleicht schon auf Analyse oder Kritik richtet, statt auf Emotion)

  5. Nadja Nigg sagt:

    Diesen Artikel finde auch ich sehr spannend, da er genau das beschreibt, was uns Musikern gelingen sollte. Nämlich Nichtmusikern mit unseren Darbietungen die richtige Stimmung zu übermitteln, was manchmal nicht so ganz einfach ist.
    Was mich allerdings überhaupt nicht überrascht hat, ist die Erkennung des Unterschiedes zwischen der Freude und der Traurigkeit, da die beiden Emotionen die totalen Gegensätze darstellen und in der heutigen Zeit bei jedem Stück der Popmusik vorkommt.
    Ich kann mir vorstellen, dass das erkennen der anderen 4 Basis-Emotionen für Nichtmusiker evtl. fast ein bisschen einfacher ist als für uns Musiker, da sie eher auf ihr Gefühl hören und was die Musik in ihnen auslöst. Bei uns ist die Problematik, dass wir sofort analysieren und darüber nachdenken was wir gerade gehört haben oder was der Interpret gut macht oder sogar besser machen köntte, anstatt einfach nur zuzuhören und zu fühlen, was das Stück in uns bewirkt.

  6. Roman sagt:

    Emotionen und Gefühle begleiten uns Tag für Tag, ein Leben lang. Diese sechs genannten Emotionen werden täglich in verschiedenen Varianten durchlebt. Musik kann diese Gefühle hervorrufen, ohne dass ein direktes Ereignis vorliegt. Darin liegt das Wesentliche der Musik.
    Es ist wie bei einer Fremdsprache. Wenn ich ein Lob auf Spanisch bekommen würde, merke ich anhand der Klangfarbe, dass man mir etwas Nettes und Gutes sagen will, obwohl ich die Sprache nicht beherrsche. In der Musik werden Emotionen vom Künstler bewusst angesprochen. Durch die Musik können diese Gefühle sehr stark auf den Zuhörer übertragen werden, auch wenn er von Harmonielehre, Formenlehre und Musikgeschichte nichts weiss und sich der „Notentext“ wie eine Fremdsprache anhört. Was von Bedeutung ist, ist die Klangfarbe, das Tempo und die Tonart.
    Ich könnte mir vorstellen, dass ein Musikstück nicht bei allen Zuhörern die gleichen Emotionen weckt. Ebenfalls kann die Intensität der Gefühle unterschiedlich sein.

  7. Lea sagt:

    Musik und Gefühl gehören zusammen. Immer wenn wir Musik hören, empfinden wir viele und verschiedenartige Emotionen. Dabei ist zu beachten, dass jeder Mensch Musik anders wahrnimmt. Dies liegt an der persönlichen Einstellung, sowie der situationsbezogenen Stimmung einer Person. Wenn wir z.B. traurig sind, werden wir ein gehörtes Stück sicher anders beschreiben und wahrnehmen, wie wenn es uns gut geht und wir glücklich sind. Auch bei der Studie verwendeten die Testpersonen die angebotenen Emotionen für die Beschreibung kurzer musikalischer Segmente in unterschiedlichster Art und Weise. Dies zeigt, wie verschieden Musik gehört werden kann und uns sehr individuell berührt!

  8. Ricarda sagt:

    Musikalische Kompositionen, die die genannten Emotionen beim Zuhörer und der Zuhörerin auslösen sollen können durchaus ähnliche Elemente beinhalten. Daher erscheint es mir nachvollziehbar, dass die Zuordnung der Stücke zu den einzelnen Emotionen teilweise breit verstreut ist. Dass Freude und Traurigkeit von den Testpersonen relativ einheitlich zugewiesen wurden verwundert mich insofern nicht besonders, dass erfahrungsgemäß viele Nicht-MusikerInnen den Unterschied zwischen Dur und Moll zwar feststellen, aber nicht musikalisch erklären können. Das mag mitunter daran liegen, dass dieser Unterschied in vielen Schulen recht simpel durch „fröhlich“ und „traurig“ gelehrt wird. Ich hätte mir jedoch gedacht, dass zumindest die Emotionen Angst und Überraschung relativ gut einem bestimmten klassischen Stil zugeordnet werden können. Das mag vor allem aufgrund von Filmmusik der Fall sein, die sowohl bei kulturellen Sendungen, als auch bei verschiedenen Hollywoodfilmen wie z.B. Horrorfilmen einer breiten Masse gut genug in Erinnerung sein müsste.

  9. Maria sagt:

    Ich würde mich wundern wenn dieses Artikel irgendjemandem, in unserm Kulturkreis überraschen konnte. Durch die Musik Emotionen glaubwürdig zu vermitteln ist nämlich genau das, was wir lernen.
    Jeder Komponist hofft das, er uns durch sein Werk etwas vermittelt, genauso jeder Interpret hofft, dass die Zuhörer an seinen Empfindungen teilnehmen werden.
    Und die müssen auch nicht mit denen des Schöpfers gleich sein.
    Es ist unser Job. Punkt. Wenn die s anders aussehen würden, würde es klar dass irgendjemand seine Arbeit nicht gut genug gemacht hat.

  10. Serafina sagt:

    Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Ärger, Angst oder Überraschung in der klassischen Musik nicht zum gängigen Emotionsrepertoire zählen sollen. Gerade in der Oper (Romantik, eigentlich auch schon ab Mozart) wird die weite Bandbreite an menschlichen Empfindungen musikalisch zum Ausdruck gebracht. Die Musik bringt die Empfindungen der Charaktere zum Ausdruck, unterstreicht die Gefühle, die in diesem fiktiven Menschen vorgehen.
    Ich finde diesen Test sehr interessant und aufschlussreich. Ich frage mich, woran es liegt, dass wir eine Musik, eigentlich „nur“ Töne in einer bestimmten metrischen, rhythmischen Reihenfolge hören und diesen Tönen, Klängen auch ohne jegliches musikalisches Vorwissen übereinstimmend bestimmten Emotionen zuordnen können.

  11. Stella-Maria sagt:

    Ich fand diesen Test auch sehr interessant. Das Ergebnis war aber auch für mich nicht sehr überraschend.
    Gerade wenn es um Freuen & Traurigkeit geht nicht.
    Interessanter fand ich dann die anderen vier Emotionen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die persönliche emotionale Verfassung der Probanden bei der Erkennung dieser Emotionen auch eine sehr große Rolle gespielt hat. Der Komponist kann, meiner Meinung nach, durch sein Werk dem Zuhörer zwar eine Grundstimmung vermitteln, trotzdem nimmt jeder diese Stimmung anders auf und legt seine persönlichen Gefühle mit hinein. Das kann den Charakter und die Intensität der Stimmung verändern.
    Sehr interessant fand ich den Gedankenanstoß von Jodok, wie der Test bei Personen mit anderen kulturellen Ausgangspositionen ausgefallen wäre!

  12. Musik und Emotionen

    Das größte Problem bei der Beantwortung der Frage, wie Musik Emotionen erzeugt, dürfte die Tatsache sein, dass sich Zuordnungen von musikalischen Elementen und Emotionen nie ganz eindeutig festlegen lassen. Die Lösung dieses Problems ist die Strebetendenz-Theorie. Sie sagt, dass Musik überhaupt keine Emotionen vermitteln kann, sondern nur Willensvorgänge, mit denen sich der Musikhörer identifiziert. Beim Vorgang der Identifikation werden die Willensvorgänge dann mit Emotionen gefärbt. Das gleiche passiert auch, wenn wir einen spannenden Film anschauen und uns mit den Willensvorgängen unserer Lieblingsfigur identifizieren. Auch hier erzeugt erst der Vorgang der Identifikation Emotionen.

    Weil dieser Umweg der Emotionen über Willensvorgänge nicht erkannt wurde, scheiterten auch alle musikpsychologischen und neurologischen Versuche, die Frage nach der Ursache der Emotionen in der Musik zu beantworten. Man könnte diese Versuche mit einem Menschen vergleichen, der einen Fernsehapparat aufschraubt und darin mit einer Lupe nach den Emotionen sucht, die er zuvor beim Ansehen eines Films empfunden hatte.

    Doch wie kann Musik Willensvorgänge vermitteln? Diese Willensvorgänge haben etwas mit dem zu tun, was alte Musiktheoretiker mit „Vorhalt“, „Leitton“ oder „Strebetendenz“ bezeichnet haben. Wenn wir diese musikalischen Erscheinungen gedanklich in ihr Gegenteil umkehren (der Ton strebt fort – ich will, dass der Ton bleibt), dann haben wir im Prinzip den Willensinhalt gefunden, mit dem sich der Musikhörer identifiziert. In der Praxis wird dann alles noch etwas komplizierter, so dass sich auch differenziertere Willensvorgänge musikalisch darstellen lassen.

    Weitere Informationen erhalten Sie über den kostenlosen Download des E-Books der Universität München „Musik und Emotionen – Studien zur Strebetendenz-Theorie“.

    Bernd Willimek

  13. Zum Thema „Musik und Emotionen“ verweise ich auf den fünfteiligen Artikel „Warum klingt Moll traurig? Die Strebetendenz-Theorie erklärt das Gefühl in der Musik“. Er wurde letzte Woche im Online-Magazin „musik heute“ publiziert und kann unter folgendem Link kostenlos heruntergeladen werden:
    http://www.musik-heute.de/tags/strebetendenz-theorie/
    Bernd Willimek

  14. Da ich mehrfach gebeten wurde, das Prinzip der Strebetendenz-Theorie auf eine Weise darzustellen, so dass sie auch ein Laie mühelos nachvollziehen kann, füge ich dem obenstehenden Artikel eine solche Erklärung bei. Sie ist unter folgendem Link kostenlos abrufbar:
    http://www.willimekmusic.de/erklaerung-strebetendenz-theorie.pdf
    Bernd Willimek

  15. Verena sagt:

    Erst war ich etwas überrascht über die vielen unterschiedlichen Emotionen, die die Testpersonen empfunden haben, und habe mich gefragt wie wohl diese extra komponierten Musikstücke ausgesehen haben mögen. Als ich aber nachdachte, welche Musik ich in meinem Leben schon gehört habe und wie unterschiedlich Musik sein kann, konnte ich verstehen dass Musik viel in einem auslösen kann. Ich persönlich empfinde, besonders bei Stücken die mir gut gefallen, oft sehr starke Emotionen und finde es schön, dass Musik so bewegend sein kann, sowohl für Musiker, als auch für Nicht-Musiker.

  16. Lisa R. sagt:

    Ich finde es schön und erfreulich zu sehen, dass die Wahrnehmung von Emotionen in der Musik nicht von musikalischem Vorwissen abhängig ist. Wobei wir in unserer Kultur alle in gewissem Maße von Musik geprägt sind, auch wenn wir selbst nicht aktiv Musik produzieren. Die Filmmusik ist sogar speziell darauf ausgerichtet Emotionen des Zusehers hervorzurufen. Daher ist es etwas verwunderlich, dass nicht alle Emotionen zugeordnet werden konnten, was daran liegen könnte, dass die Basis-Emotionen Ärger, Ekel, Überraschung und Angst sich nicht so deutlich unterscheiden wie die Freude von der Traurigkeit.

  17. Lakshmi Witzemann sagt:

    Ich habe selbst schon sämtliche Emotionen beim musikhören erlebt und hoffe, dass auch Andere dieses Vergnügen haben. Ekel empfinde ich aber nur dann, wenn die Musik ganz und gar gegen meinen Geschmack geht. Ich fände es interessant zu diesem Thema weitere Studien durchzuführen, bezüglich der Harmonien, die diese Gefühle erzeugen. Ob es zu vielen Übereinstimmungen kommen würde, oder ob der persönliche Gemütszustand ausschlaggebend ist. Wahrscheinlich eine Mischung von beidem, aber wie wir wissen nehmen wir Musik nicht alle gleich wahr. Hierzu möchte ich ein Buch empfehlen: Oliver Sacks; Der einarmige Pianist – über Musik und das Gehirn.

  18. Florian Ess sagt:

    Dieses Thema finde ich sehr interessant, da man sieht, jeder Mensch nimmt Musik wahr, egal ob aktiv oder passiv! Meiner Meinung nach liegt die Wirkung von Musik an jedem Menschen individuell, wie er Musik wahrnimmt, fühlt und verarbeitet! Freude und Trauer lassen sich einfach mit Dur und Moll ausdrücken, wobei der Zuhörer dazu keine musikalische Vorbildung braucht. Zum Beispiel Ekel finde ich musikalisch schwer darstellbar. Dafür sind irgendwelche Geräusche oder visuelle Eindrücke wesentlich eindeutiger.

  19. Jan Szlendak sagt:

    Jeder Mensch empfindet Musik anders. Freude und Trauer werden wahrscheinlich von allen Menschen gleich zugeordnet, da sie am leichtesten von allen Emotionen dargestellt werden können, durch Dur und moll. Sie können, wie Philomena sagt, klar voneinander getrennt werden, wobei nicht ausgeschlossen ist, dass es auch hier Unterschiede in der Empfindung geben kann. Ärger, Ekel und Angst sind 3 negative Emotionen, die durch Musik ausgedrückt auch einmal ziemlich ähnlich klingen können. Hier empfindet wie schon gesagt mancher Hörer anders als der Andere.

  20. Primus Schwendinger sagt:

    Das Ergebnis dieser Studie überrascht mich nicht besonders, da wir schon seit der Kindheit ein trauriges (Moll) von einem fröhlichen (Dur) Lied unterscheiden können. Meiner Meinung nach ist es genau das was Musik ausmacht, nämlich dass jeder Mensch Musik empfindet. Darüber hinaus würde es mich sehr interessieren ob die Versuchspersonen alle aus der „westlichen“ Welt stammen oder nicht?

  21. Petra sagt:

    Musik und Emotionen? Untrennbar verbunden! Wenn wir nur zurückgehen wie Musik in unser Leben gekommen ist und heute noch bei vielen Naturvölkern als alleiniges Mittel zum Ausdruck für Emotionen gebraucht wird überrascht mich das Ergebnis nicht. Im Gegenteil, es bestärkt mich in meinem persönlichen künstlerischen Schaffen noch viel mehr in der Aufgabe, die Musik nicht nur analytisch und theoretisch zu begreifen sondern viel mehr auf ein emotionales Level zu heben. Wenn es vom Herzen kommt- geht es direkt ins Herz. Dass klingt leicht, ist aber in der Praxis, vor allem in Konzert- und Aufführungssituationen nicht immer leicht umsetzbar- bleibt aber ein schönes Ziel!

  22. Martta sagt:

    Diese Studie erklärt genau das, was wir alle Musikern verstehen sollen; Musik gehört zu allen, und was noch wichtiger ist, Musik ist ein Teil von uns Allen. Manche studieren Musik und lernen mehr, aber das bedeutet nicht dass die Musik irgendwie nicht in den anderen Leuten „leben“ könnte. Musik ist natürlich, Musik gehört zum Menschlichkeit. Alle Emotionen in uns, zB. Ärger, Angst; sind auch in der Musik drin.

  23. Zur Strebetendenz-Theorie (siehe oben) gibt es jetzt einen Wikipedia-Eintrag:
    http://www.de.wikipedia.org/wiki/Strebetendenz-Theorie
    und einen Artikel im neuen Musikforum des Deutschen Kulturrats auf Seite 52:
    http://www.kulturrat.de/dokumente/MuFo-01-2015.pdf
    Bernd Willimek

  24. Mathias Klocker sagt:

    Das Ergebnis dieser Studie ist auch für mich nicht besonders überraschend. Wir werden von frühester Kindheit an mit Musik konfrontiert die in uns bestimmte Gefühle hervorrufen soll.
    Was wäre ein Film ohne die Musik dazu? Er wäre mit Sicherheit nur halb so authentisch.
    Und das Schöne ist, dass es keinerlei Vorwissen oder analytisches Denken benötigt um sich in diese Gefühlswelt sinken zu lassen.

  25. Alina sagt:

    Diese Studie ist ein toller Beweis dafür, dass Musik wirklich bei jedem Menschen Gefühle und Emotionen hervorrufen kann. Nicht immer wird bei jedem Stück das gleiche Gefühl empfunden, und auch nicht jede Musikrichtung spircht jeden auf gleiche Art und Weise an. Dennoch können die meisten auch in der westlich-klassischen Musik Gefühle heraushören und zuordnen.

    Das Ergebnis, dass am häufigsten und am ehesten zwischen Freude und Traurigkeit gewählt wurde, hat mich nicht besonders überrascht. Wie im Artikel beschrieben, lernen wir hier (Mitteleuropa) sehr früh zwischen fröhlich = Dur und traurig = moll, unterscheiden. Vergessen darf man hierbei aber nicht, dass die Musik so viel tiefer geht und nicht nur zwischen diesen zwei Hauptemotionen unterscheidet, sondern sehr viel differenzierter ist. Das ist für uns als Interpreten sehr wichtig, um dann den Zuhörern auch Entscheidungsfreiheit bei der Frage nach den Gefühlen und Stimmungen, die in einem bestimmten Musikstück ausgedrückt werden, zu lassen.

  26. M. Vauti sagt:

    Warum zählen für Sie diese Emotionen nicht zur typischen traditionellen westlichen Musik?
    Liegt nicht die Kunst eines Komponisten mitunter darin, dass er ALL unsere Emotionen so in kunstvolle Töne verwandeln kann, dass sie dennoch von der breiten Masse wiedererkannt werden?

    Musik ist eines unser ureigensten Verabeitungsmittel für das tägliche Leben. Wenn schon einfache Schlaginstrumente für hypnotische Rhythmen und einer tieferen Wahrnehmung des eigenen Selbst sorgen können (und das bereits in der Frühzeit!), warum dann nicht Kundrys Schreie aus Wagners Parsifal?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.